Bandiera
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Ein Kurzbesuch in Verona im August 2006


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Auf dem Rückfahrt aus Turin wollten wir (Tim und der Autor) uns kurz die Beine vertreten, einen cafè trinken und eine Kleinigkeit essen. Was liegt da näher, als eine Stippvisite in Verona, deren Sehenswürdigkeiten, zumindest die "musts", scheinen ja auf den ersten Blick überschaubar. Von der Autobahn kommend ist das Zentrum leicht zu finden, immer den Schildern nach gelangt man direkt an die riesige Piazza Bra mit der Arena aus der Römerzeit.

Piazza Bra Verona  Piazza Bra Verona


Parken ist allerdings nicht ganz so einfach, gelbe Linien stehen für Parkverbot bzw. reservierte Parkplätze, blaue Linien für gebührenpflichtiges Parken. Das Ticket sei bei Tabacco-Läden und lizensierten Bars erhältlich, so die Website der Stadt. Einen Parkplatz zu finden war nicht so sehr das Problem, aber weit und breit kein T-Schild und keine Bar zu sehen. So fuhren wir kurzerhand auf die andere Etschseite, verirrten uns ein ganz klein wenig im Chaos der Einbahnstraßen, die im Plan natürlich so nicht eingezeichnet sind, und kamen schließlich wundersamerweise direkt gegenüber der Scaliger-Brücke auf einen kleinen kostenlosen Parkplatz neben einem Spielplatz und einer Bar (!), wo auch gleich ein Platz frei wurde.

Festung Verona  Burg Verona

Scaligerburg Verona  Fortezza Verona


So genehmigten wir uns nahezu im Schatten der Scaliger-Fortezza aus dem 13. Jahrhundert den letzten italienischen Kaffee der Reise, wenn sich auch die Bedienung eigentlich nur ungern beim Rauchen stören lassen wollte. Danach ein kurzer Fußweg über die Brücke, die den alten Scaligeri vor ihren geknechteten Untertanen als Fluchtweg diente, direkt an der Fortezza vorbei bzw. hindurch in die Stadt hinein zur Piazza Bra und der eindrucksvollen Arena. In Anbetracht der Warteschlangen sahen wir uns aber das alte Gemäuer nur von außen an. Beim letzten Mal hatte es irgendwie eindrucksvoller gewirkt, aber inzwischen haben wir Rom und das Colosseum gesehen - sei's drum, von innen wirkt es dann wieder mächtiger, wie das alte Foto beweist.


Arena Verona  Arena Verona Innenansicht  Arena Verona


Das Ensemble an der Piazza Bra ist trotzdem nett, wenn auch natürlich gut besucht. Wer kein Italienisch kann, hat aber offenbar kein Problem, hier scheint vorwiegend deutsch gesprochen zu werden. Teile der alten Festung und der Stadtmauer finden sich auch hier, frei oder integriert. Die historischen italienischen Altstädte haben den Vorteil der kurzen Wege, so gingen wir schon zum nächsten Ziel.


Piazza Bra Verona  Piazza Bra Verona


Die Geschichte von Romeo und Julia ist für 14jährige Männer noch nicht so interessant, auch wenn viel Hauen und Stechen vorkommt. Der Balkon ist eigentlich auch nicht echt und der Hof war gesteckt voller Menschen, die unbedingt alle einzeln auf dem Balkon fotografiert werden wollten. Das Foto gibt die Szenerie also extrem geschönt wieder, so leer ist's nur, wenn man über die Köpfe fotografiert oder vielleicht nachts um drei - nix mit Romantik. Netter sind da doch viele kleine piazze und Märkte. Denjenigen, die ein schönes Hotel in Verona suchen, kann ich trivago.de empfehlen.


Balkon von Romeo und Julia Verona  Piazza dell erbe Verona



Der Magen knurrte, das italienische Fastfood "pizza a taglio" ist eine herrlich leckere Erfindung. Art und Menge ausgesucht, in den Ofen, frisch auf die Hand - leckerissimo! "Warum gibt es das bei uns nicht?" habe ich neulich gefragt und inzwischen dazugelernt: es gibt auch bei uns Bäcker die zur Mittagszeit Pizzastücke anbieten. Nur das Ambiente ist halt deutlich anders. Wie auch immer, so gestärkt konnten wir uns auf den Rückzug machen, noch einen Abstecher in den Innenhof der Fortezza hinein, danach ins Auto, Richtung Norden, Richtung naßkaltes Allgäu.

Fazit: ein in jeder Hinsicht netter Stopover, quasi ein kulinarisch-kulturelles Kurzprogramm (womit nicht die Qualität gemeint ist!).

Wer es ausführlicher mag, sollte doch einmal eine Opernaufführung in der Arena besuchen, mit ausführlichem Schauprogramm in der Stadt (es gibt ja noch viel mehr zu sehen) und am Gardasee.

Tipp: man sagt, zu einer gelungenen Opernaufführung sei Folgendes mitzubringen: a) ein Sitzkissen, b) Rotwein und c) ein Regenschirm.


Meine Buchempfehlungen für einen Besuch von Verona und Umgebung:

(Bitte Bilder anklicken für Informationen)

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