Bandiera
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Reisebericht Rom Mai 2001


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Der dritte Tag

Anke war fit, Papa hatte Blasen an den Füßen. Was soll's, die wurden nichtmal ignoriert, Rom war viel zu aufregend.

Wir fuhren mit der Straßenbahn zum Vatikan, endlich Briefmarken kaufen. Das 75-Minutenticket zu 1500 Lire gibt's bei jedem Tabaccaio, Anke za(e)hlte noch nicht. Es gibt übrigens zwei Sorten Tickets, die Automatentickets sind größer. Damit braucht es auch zwei Sorten Entwerter. Praktisch, oder? Bei der Gelegenheit noch den kostenlosen Ministadtplan mit den offiziellen Routen der öffentlichen Verkehrsmittel mitgenommen und los ging's.

Wir fuhren mit der Linie 14 zur Porta Maggiore. Aber leider ging der Stempelautomat nicht - und die Kontrolle kam. Ein freundlicher Römer reichte mir seinen Kugelschreiber und meinte, ich solle schnell Datum und Uhrzeit anstelle des Stempels darauf schreiben. Das ging dann auch unbeanstandet durch.

    

An der Porta Maggiore wollten wir in die 19 umsteigen. Bloß wo fährt die da ab? Für die richtige Richtung fanden wir die Haltestelle nicht. Und jetzt mußte Anke auch noch aufs Klo. Wenigstens haben wir ein Gebüsch gefunden! Also fuhren wir eine Station in Gegenrichtung und stiegen dann in die richtige Richtung um. In Rom ist das im Gegensatz zu München mit einem ganz normalen Ticket erlaubt. Dann sahen wir, daß die Haltestelle 150 Meter von der Porta Maggiore weg in der Seitenstraße liegt. Nun kamen wir an der Poliklinik und der Universität vorbei, das heißt, an ungefähr 30.000 am Straßenrand geparkten Rollern und Mopeds und sahen auch die Einfahrt zum riesigen Verano-Friedhof. Ein Beerdigungsumzug fuhr gerade ein. So einen Superluxusleichenwagen wollen wir auch mal haben! Auch den Eingang zum Zoo habe ich mir vorgemerkt.

Und die nächste Überraschung: die Straßenbahn fuhr näher heran an den Vatikan als gedacht, bis auf die Piazza del Risorgimento - die offizielle Karte stimmt nicht. In diesem Falle haben sie sich zu unseren Gunsten vertan, das nimmt man doch immer wieder gern.

Das Vatikanpostamt war zwar voll, aber beim hintersten Schalter stand kaum jemand. Also drängelten wir uns mal durch und hatten bald schon das Gewünschte erhalten. Anke mochte jetzt draußen auf den Geländern der Kolonnaden turnen, aber die Carabinieri liessen niemanden durch. Da ging ein Raunen durch die Menge und - der Papst wurde nach draußen geführt, winkte huldvoll, wurde in sein Cabrio gesetzt, eine kleine Runde vor dem Portal gefahren, winkte noch mal huldvoll und war weg. Schon beeindruckend, auch für praktizierende Ungläubige. An diesem Tag wurde auf dem Petersplatz vornehmlich und vernehmlich Polnisch gesprochen. Trotz der schieren Größe des Petersplatzes möchte ich aber hier keine Osteransprache erleben. Da passen mehr Menschen drauf, als Heuschrecken nach Ägypten.



Ein Tip für heiße Tage: fast an jeder Ecke findet man eine unverschlossene Kirche. Da drinnen ist es herrlich kühl, zu sehen gibt es auch immer etwas.

Wir gingen nun weiter zur Engelsburg, rein wollte das engelsgleiche Töchterchen dann aber leider nicht. Naja, von außen ist sie auch beeindruckend.

Dann gingen wir an der nächsten Tavola calda vorbei zur Piazza Navona mit ihren Brunnen um dort das Gekaufte zu verzehren. In gemütlichen, großen Bögen, auf dem Weg in der Herder'schen Buchhandlung deutsche Lektüre für beide erworben, über diverse Piazze und Brunnen wanderten wir zu Fuß zurück zum Hotel.



In der Nähe des Trevibrunnens (Bild) hieß es dann: "Papa, ich kann nicht mehr laufen. Spielen wir Pferd? Du bist der Besitzer und mußt mich longieren!". Kinderbeine nutzen sich halt nicht so ab. Die große Freitreppe von der Piazza dell' Esquilin zur Santa Maria Maggiore konnte dann sogar noch gehüpft werden.

Die ganzen kleinen Lebensmittelgeschäfte im Bahnhofsviertel hatten noch auf, eine tavola calda ebenfalls - das Abendessen war gesichert!


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