Bandiera
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 Italienisches Essen / die italienische Speisefolge


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Das italienische Frühstück ist traditionell karg: ein Caffè (wir würden Espresso sagen) oder klassisch ein Cappuccino, dazu nur ein Brioche oder Cornetto (Hörnchen). Erst beim späteren zweiten Frühstück wird zum obligatorischen Caffè ein Tramezzino (belegtes Weißbrot) oder Ähnliches verzehrt. Die "gehaltvolle" Mahlzeit findet dann mittags oder besser noch abends statt. Dabei wird klassisch ein mehrgängiges Menü verzehrt, am liebsten im großen Kreis der Familie und/oder der Freunde.
 
Wenn man die Speisekarte eines Restaurants in Italien liest, fällt einem auf, daß abweichend von den deutschen Gepflogenheiten (auch in italienischen Restaurants hierzulande) eine klare Unterscheidung zwischen den Gängen und ihren Bestandteilen stattfindet.
 
In Deutschland sind wir gewohnt, daß man einen Teller mit einem Gericht, bestehend aus Fleisch oder Fisch zusammen mit dezidierten Beilagen, serviert bekommt. Das erscheint Italienern fremd, in Italien stellt man eine Speisefolge auch in einfacheren Restaurants und natürlich auch bei Einladungen daheim zusammen.
 
Man unterscheidet zunächst die einzelnen Gänge:
 
L'aperitivo: (= Aperitiv). Wird oftmals bereits auf dem Wege zum Restaurant in einer Bar eingenommen und muss durchaus nicht alkoholisch sein.
 
L'antipasto: (= Vorspeise). Hier gibt es viele typische lokale Spezialitäten, man kann sich oft auch einen kleinen Teller am Buffet zusammenstellen.
 
Il primo piatto: oder "Primo" (= erster Gang). Das "primo" ist zumeist ein Nudelgericht, eine Suppe oder ein Risotto.
 
Il secondo piatto: oder "Secondo" (= zweiter Gang). Dies ist der Fleisch- oder Fischgang. Beilagen ("contorni") muß man dazuwählen, sonst bekommt man nur das "nackte" Stück serviert. Reis und Nudeln gab es schon beim "primo", hier also in der Regel nicht mehr.
 
Il dolce / formaggio: (= Nachspeise, auch Eis / Käse). Oft werden auch Früchte ("frutta") und/oder Obstsalat ("macedonia") angeboten.
 
Il Caffè (Espresso) / Grappa: Der Digestiv, der die Mahlzeit abschließt. Keinesfalls ein Cappuccino - das ist Frühstück!
 
Es ist klar, daß eine solche mehrgängige Mahlzeit ihre Zeit braucht und ggf. ihren Preis kostet. Gut essen gehen ist auch in Italien nicht billig, wenn Sie nicht das Glück haben, an ein Restaurant zu geraten, das abseits der Touristenströme vorwiegend von Einheimischen frequentiert wird. Dort gibt es auch oft keine gedruckte Speisenkarte, sondern eine Tafel an der Wand oder der Wirt hält einen kurzen Vortrag.
 
Natürlich kann man einzelne Gänge im Restaurant auslassen. Wer aber in einem besseren Restaurant einfach nur z.B. einen Teller Spaghetti bestellt, wird unter Umständen wegen Mißachtung der Küche schief angeschaut - und möglicherweise auch nicht satt.
 
In den typischen "Touristenfallen" oder in Pizzerien geht es natürlich schneller und man erwartet nicht unbedingt, daß Sie sich an die Speisefolge halten. In einer ländlichen Trattoria oder einem guten Restaurant gilt es aber als schlechtes Benehmen, "deutsch" zu bestellen. In Touristenlokalen werden oft Menüs ("menu turistico") angeboten, die Ihnen die ungewohnte Auswahl abnehmen, oder einzelne Gerichte als "piatto unico", wie wir es aus unseren Breiten kennen, offeriert.
 
Beachten Sie auch, daß in Italien abends in der Regel später gegessen wird. Daher öffnen die meisten Restaurants erst ab 19 Uhr. In Italien zahlt der Tisch zusammen und teilt den Betrag intern auf, es zahlt nicht jeder einzeln ("alla romana" - nur die angeblich unhöflichen Römer tun das).
 
Ebenfalls im Unterschied zu Deutschland wird im allgemeinen ein Gedeck ("coperto") pro Person berechnet. Da sind oft etwas Brot oder Grissini inbegriffen. Zum Essen wird in der Regel Wasser und Wein gereicht, auch Kinder bekommen durchaus einmal einen Spritzer in ihr Wasser.
 
Traditionell wird Wein in Italien vorwiegend zum Essen genossen. Auch separat unter Tags ist mal ein Gläschen erlaubt, etwa in Venedig der berühmte "ombra", allerdings trinkt man zu keiner Gelegenheit so viel, dass man auch nur näherungsweise betrunken wird.
 
Wenn Sie daheim ein italienisches Essen ausrichten, sollten Sie darauf achten, daß Wasser und Weißbrot auf dem Tisch sind. Nur so kann man die leckeren Soßen wirklich restlos genießen und den Flüssigkeitsbedarf stillen, ohne (zu schnell) betrunken zu werden.
 
Die italienische Küche ist eine stark regional geprägte Küche, in der sich die z.B. Bestandteile der Gerichte des armen Südens von denen des reichen Nordens deutlich unterscheiden. Gemeinsam ist allen, daß erheblichen Wert auf frische, reine und qualitativ hochwertige Zutaten gelegt wird (Kunststück in einem Land, in dem immer alles wächst und das Meer nie weit ist). Durch die Betonung von frischem Gemüse, Fisch, Olivenöl und Obst gilt die italienische Küche als sehr gesundheitsfördernd.
 
Leider ist aber auch in Italien amerikanisches Fastfood auf dem Vormarsch und die Zeit schnellebiger geworden, so daß man sich nicht mehr so oft die Zeit nimmt für ein opulentes Gelage. Dennoch - probieren Sie es unbedingt einmal aus!
 
Weitere Tips zum Essengehen finden Sie auf dieser Seite und hier geht es zu den italienischen Rezepten. Italienische Kochkurse werden z.B. von Guiseppe Chiaradia in der Zeche Ewald angeboten.
 

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