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Bandiera
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Literatur zur Politik Italiens


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Dottor Rossis Durchfall - ein Mann setzt sich durch - von Olaf Borkner-Delcarlo

Eine Groteske aus Absurdistan? Vielleicht, aber die Geschichte ist wirklich vollständig erfunden:
Herr Rossi, seines Zeichens Hilfssekretär beim Bürgermeister einer Kleinstadt in der italienischen Provinz, wird plötzlich Abgeordneter im fernen Rom. Dazu muss er erst einmal postalisch in Kolumbien promovieren, denn der eigentliche Abgeordnete Rossi, der sein Mandat überraschend nicht antreten kann, muss vom Namensvetter kurzfristig ersetzt werden - inklusive eines legalen Titels "Dottore".

Sehr vergnüglich schildert Olaf Borkner-Delcarlo die Irrungen, Wirrungen, Versuchungen und Verstrickungen, denen der Abgeordnete Rossi in Rom der 1960er Jahre ausetzt ist und wie er seine Mission meistert, sein Amt zu behalten, dabei sein Vermögen zu mehren und dennoch möglichst im Hintergrund zu bleiben. Menschliches bleibt ihm nicht fremd, der Zufall trägt sein Scherflein zum Gelingen bei und auch "gute Freunde" lassen das eine oder andere Problem überraschend in den Hintergrund treten. Eine Hand wäscht die andere.

Kurz: ein natürlich ironisch überspitztes Abbild der italienischen Nachkriegsgeschichte mit ihren permanenten, oft durch absurde Nichtigkeiten ausgelösten Regierungskrisen. Welches Land kann sonst schon auf über 60 Nachkriegsregierungen verweisen? Aber sind Abgeordnete wirklich so? Andererseits: wo sonst tragen Abgeordnete und Mafiosi den gleichen Ehrentitel ("Onorevole")?

Aber auch Rossi findet seinen Meister: am Ende muss der "furbo" feststellen, dass auch er kräftig geleimt wurde - von gänzlich unerwarteter Seite!

Nicolaus Millin Verlag, 2007  Mehr Infos bei Amazon.de

Citizen Berlusconi - von Alexander Stille
Alexander Stilles brillantes Portrait Silvio Berlusconis liefert die entscheidenden Details aus dessen Karriere. Es ist zugleich die ungeschönte Bestandsaufnahme unserer politischen Kultur im Zeichen der Wirtschaftsbosse und der Konsumgesellschaft. Am 26. Januar 1994 hielt Silvio Berlusconi, damals Italiens reichster Mann, Großgrundbesitzer und Medienfürst, eine Fernsehrede, die gleichzeitig in seinen drei privaten TV-Sendern ausgestrahlt wurde: Der Wirtschaftsboss erklärte den überraschten Italienern, er werde eine politische Partei gründen und für das Ministerpräsidentenamt kandidieren. Seine Rede hielt er bereits im Stil eines Ministerpräsidenten – nur hatte der Wahlkampf noch gar nicht begonnen. Berlusconi ist nicht der erste, aber der virtuoseste Spieler auf der Klaviatur der Medien. Die vierte Macht im Staate – er machte sie zur ersten und alles entscheidenden – in seinem Sinne natürlich. Alexander Stille, einer der hellsichtigsten amerikanischen Journalisten und wie kaum einer mit den italienischen Verhältnissen vertraut, schildert den Aufstieg Berlusconis zur Macht und die Mittel, die ihm dafür recht waren, aber er zeigt auch, daß der Gebrauch, den Berlusconi von den Medien machte, längst in der US-amerikanischen, von Oligarchen dominierten Politik etabliert war. Berlusconis Popularität in Italien beruht auch darauf, daß er das Klientelwesen, ein an die Familie erinnerndes Modell von Abhängigkeit, perfektioniert hat. Der italienische Staat wird als „italienischer Familienbetrieb“ vom Padrone Berlusconi „zum Wohle aller“ geführt – wie lange noch? Stilles Berlusconi-Biographie ist mehr als eine Lebensgeschichte, es ist das Bild einer Epoche, die Analyse unserer politischen Kultur im Zeichen der Superreichen und der Konsumgesellschaft.
Beck, 1/2006  Mehr Infos bei Amazon.de

Das andere Venedig - wahre Kriminalgeschichten aus der Lagunenstadt - von Regine Igel
Dieses Buch ist kein klassischer Kriminalroman, sondern eigentlich eine Geschichte der italienischen Gesellschaft, gewürzt mit den Spezialitäten Venedigs und des Veneto.

Ganz und gar nicht trocken schildert die Autorin die spannensten Kriminalfälle aus und um Venedig. Korruption, skrupellose industrielle Profitgier, Raub und Terrorismus sind die Themen, wobei die Fälle auch in Deutschland Schlagzeilen gemacht haben. Bei der Lektüre erfährt man, wie sehr die Serenissima nicht nur auf Sumpf gebaut, sondern eigentlich in jeder Hinsicht ein Sumpf ist, allen schönen Fassaden zum Trotz. Gleichzeitig erhält man interessante Einblicke in das italienische Staats- und Justizsystem, kann interessante Rückschlüsse auf unser eigenes (deutsches) System ziehen und lernt die Stoßrichtungen der jeweiligen Politiker zu verstehen.

Wer Krimis mag, wird dieses Buch gerne lesen. Wer an Italien, an der italienischen Gesellschaft, am italienischen Staat interessiert ist, muß dieses Buch lesen. Es ist ein äußerst empfehlenswerter Einstieg in das Verständnis des gesellschaftlichen status quo in Italien. Nicht nur zwischen den Zeilen werden einem dabei auch die Augen für einige Geschehnisse in Deutschland geöffnet.

Prädikat: unbedingt lesenswert - eigentlich erschreckend!
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